art-hwr23-0Überraschend nachdenklich begann im Stadtrat am 15.07.2014 der Sachstandsbericht zum Hochwasserdamm HWR23. Angesichts der gewaltigen Dimensionen der Baustelle, die sich derzeit quer durch das einstmals liebliche Seierbachtal frisst, kamen späte Einsichten auf: So groß habe man sich das vorher nicht vorgestellt, gaben einige Anwesende zu.  Und groß - verglichen mit der umgebenden Landschaft sogar riesig -  wird der Damm auf jeden Fall.

Knapp 300 Meter lang und über sieben Meter hoch quert er das Tal unterhalb der Verbindungsstraße nach Zeckendorf. Seine gewaltige Last muss durch mindestens 7.000 Stahlbetonstützen stabilisiert werden, die vier Meter tief in den Untergrund gerammt werden. Betonbauten auf beiden Seiten des Dammes kanalisieren den Durchfluss des Seierbachs. Insgesamt soll das dabei entstehende  Rückhaltebecken 100.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen können.
Ein wirklich gigantischer Bau, dessen Dimensionen tatsächlich nachdenklich machen.

F: A. Bohnenstengel (CC-BY-SA-3.0)Im Demmelsdorfer Naturfreundehaus warten momentan mehrere alleinstehende Frauen und Männer sowie 5- und 6-köpfige Familien auf ihren Asylbescheid. In Roßdach sind es vorwiegend alleinstehende Männer aus Serbien, Georgien, Irak, Iran, Aserbaidschan, Vietnam und Äthiopien. Inzwischen sind auch aus Syrien erste Flüchtlinge eingetroffen. Viele sind traumatisiert und benötigen professionelle Hilfe. Da in bestimmte Länder recht zügig abgeschoben wird, kommt es in beiden Unterkünften in der letzten Zeit zu rasch wechselnder Belegung. Wir haben uns unter den Betroffenen in Roßdach und Demmelsdorf umgehört.

Haben Sie schon einmal versucht, sich im Mitteilungsblatt oder auf der Webseite der Stadt Scheßlitz über aktuelle Themen und Entscheidungen in Stadtrat und Verwaltung zu informieren? Dann geht es Ihnen wie mir. Sie werden nur leider nichts finden. Viele Gemeinden sind da schon viel weiter und haben ein breites bürgerfreundliches Informationsangebot aufgebaut. Sehen Sie sich doch einmal auf www.memmelsdorf.de um: Hier finden Sie einen Kalender mit ausführlicher Tagesordnung für alle anstehenden Sitzungen von Rat und Ausschüssen; ebenso alle Sitzungsprotokolle und Abstimmungsergebnisse zum Nachlesen. Mit ein paar Klicks haben Sie außerdem eine Übersicht aller Bebauungspläne, eine Liste der verkäuflichen Bauplätze samt Bodenrichtwerten, dazu rechtliche Informationen, Ergebnisse von Trinkwasseranalysen und vieles mehr.

Plan-HWR23Wenn wir Ackerboden gnadenlos drainieren, verhält er sich in Trockenperioden wie Beton, wenn plötzlich Regen einsetzt. Anstatt das Wasser wie einen feuchten Schwamm aufzusaugen, lässt der Boden den Regen ablaufen wie auf einem Ziegeldach. Hinzu kommt die Versiegelung der Flächen durch neue Straßen, Siedlungen und Gewerbegebiete. Das Regenwasser fließt sofort in die Kanalisation und von dort aus in die Bäche. Weil weniger Wasser gespeichert wurde, kommen nun viel größere Massen in den Bächen an und es kommt schnell zu Überschwemmungen, wie wir in den letzten Jahren immer wieder schmerzlich erfahren mussten.

Die Stadt Scheßlitz hat ein Hochwasserschutzkonzept entwickeln lassen, das beim jetzigen Stand der Planung meterhohe Dämme in mehreren Ortsteilen  vorsieht. Die erste Baumaßnahme wurde 2011 genehmigt und der Baubeginn für diesen Wall unweit der Kompostieranlage ist bereits 2014. Die Kosten für dieses Rückhaltebecken belaufen sich voraussichtlich auf 1,85 Mio. Euro. Der Damm entsteht in der Nähe der Kompostieranlage quer zum Seierbach. Er wird eine Länge von 290 m und eine Höhe von 7 m haben!

art-kitaErinnern Sie sich noch an die Umbau-Phase des Kindergartens? An die jahrelange Auslagerung der Kindergartenkinder in die Giecher Grundschule? An die Umverteilung der Grundschulkinder in die Scheßlitzer Hauptschule?
Der Kindergarten und die Krippe konnten 2011 endlich in den lange gesperrten Bau ziehen. Für Eltern, Schul- und Kindergartenkinder, Erzieher und Lehrer bedeutete dies nach langer Zeit des Provisoriums endlich ersehnte Ruhe in den neuen Räumen.
Mit dem rechtlichen Anspruch auf einen Krippenplatz für jedes Kind ab August 2013 wurde allerdings schnell klar, dass der Platz für die Krippenkinder bei Weitem nicht ausreicht und noch zwei weitere Gruppen gebraucht werden.
Leider bietet der erst neu ausgebaute Kindergarten dafür keinen Platz, obwohl die Gesetzesvorlage zum Zeit des Baus schon feststand.